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Gleisvorfeld des Frankfurter Hauptbahnhofs mit Weichen, Signalen und Oberleitungen, rechts ein roter Regionalzug
Rubrik 02 · Verkehr

Die Drehscheibe Europas

Deutschlands größter Flughafen, einer der verkehrsreichsten Bahnhöfe des Landes und das meistbefahrene Autobahnkreuz Deutschlands liegen in Frankfurt nur wenige Kilometer auseinander. Ein Blick auf die Knoten, die die Stadt antreiben.

63,2Mio.
Fluggäste 2025
+2,6 % gegenüber 2024
≈ 490.000
Reisende am Hauptbahnhof pro Tag
Stand 2019
≈ 335.000
Fahrzeuge am Frankfurter Kreuz pro Tag
A 3 × A 5
≈ 500.000
S-Bahn-Fahrgäste pro Tag
9 Linien, 303 km Netz

Quellen: Fraport AG (Verkehrszahlen); Deutsche Bahn / DB InfraGO; Wikipedia, „Frankfurt (Main) Hauptbahnhof“, „Frankfurter Kreuz“, „S-Bahn Rhein-Main“.

Flughafen Frankfurt: Tor zur Welt seit 1936

Am 8. Juli 1936 wurde der neue „Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main“ südwestlich der Stadt eröffnet – als Startplatz für Flugzeuge und für die Zeppeline, die von hier aus über den Atlantik fuhren. Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten die amerikanischen Streitkräfte den Platz aus; 1961 war Frankfurt bereits der zweitgrößte Flughafen Europas nach London-Heathrow.

Die heutige Anlage ist in Etappen gewachsen: Terminal 1 wurde 1972 eröffnet, zusammen mit einer Flughafenschleife für den Regionalbahnhof, Terminal 2 folgte 1994. Am 22. April 2026 wurde Terminal 3 im Süden des Geländes eröffnet; am Tag darauf startete der Flugbetrieb. Es ist für rund 19 Millionen Passagiere im Jahr ausgelegt und mit den anderen Terminals über die automatische Sky Line verbunden. Vier Start- und Landebahnen – drei in Ost-West-Richtung, eine in Nord-Süd-Richtung – liegen auf einem rund 24 Quadratkilometer großen Gelände, das als eigener Stadtteil „Frankfurt-Flughafen“ geführt wird.

Betreiberin ist die Fraport AG, die mehrheitlich dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt gehört. 2024 zählte sie 61,6 Millionen Fluggäste (plus 3,7 Prozent gegenüber 2023), 2025 rund 63,2 Millionen (plus 2,6 Prozent). Die Frachtmenge lag beide Jahre bei etwa 2,1 Millionen Tonnen – mehr als an jedem anderen europäischen Flughafen. 2024 wurden 440.853 Starts und Landungen gezählt. Trotz des Wachstums liegt das Aufkommen noch unter dem Rekordjahr 2019 mit 70,5 Millionen Passagieren.

Der Fernbahnhof: ICE-Halt unter dem Flughafen

Seit dem 30. Mai 1999 halten Fernzüge direkt am Flughafen. Der Flughafen-Fernbahnhof mit vier Gleisen wurde für die 2002 eröffnete Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main gebaut und ist der größte Flughafenbahnhof Deutschlands; rund 210 Fernzüge halten hier täglich, der Großteil davon ICE. 2011 wurde der Bahnhof mit „The Squaire“ überbaut, einem 660 Meter langen Büro- und Hotelgebäude. Der ältere Regionalbahnhof unter Terminal 1 ist seit 1972 in Betrieb und bindet S-Bahn und Regionalzüge an.

Weichenstraßen und Signale vor dem Frankfurter Hauptbahnhof, im Hintergrund ein roter Doppelstockzug
Das Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs: Als Kopfbahnhof muss jeder Zug hier ein- und wieder ausfahren.

Hauptbahnhof: Der Kopfbahnhof von 1888

Am 18. August 1888 wurde der „Centralbahnhof Frankfurt“ eröffnet. Er löste die drei zu klein gewordenen Westbahnhöfe ab und war bis zum Bau des Leipziger Hauptbahnhofs 1915 der größte Bahnhof Europas. Das Empfangsgebäude stammt vom Architekten Hermann Eggert, die drei großen Bahnsteighallen entwarf der Ingenieur Johann Wilhelm Schwedler; 1924 kamen zwei äußere Hallen hinzu, und die Zahl der Gleise stieg auf 25.

Der Hauptbahnhof ist bis heute ein Kopfbahnhof: 25 oberirdische Bahnsteiggleise (1 bis 24 sowie 1a) enden in der Halle. Darunter liegen seit 1978 vier S-Bahn- und vier U-Bahn-Gleise. Mit rund 493.000 Reisenden am Tag (Stand 2019) und bis zu 1.170 Zügen an Spitzentagen ist er nach Hamburg der am zweitstärksten frequentierte Fernbahnhof Deutschlands. Er gehört zu den 21 Bahnhöfen der höchsten Preisklasse der DB InfraGO.

Als ICE-Knoten verbindet Frankfurt die Nord-Süd- und die Ost-West-Achsen des deutschen Fernverkehrs: über Köln ins Rheinland und nach Brüssel, über Mannheim nach Süden, über Fulda nach Berlin und Hamburg, über Würzburg nach Nürnberg und München, dazu Direktverbindungen nach Paris, Amsterdam, Wien und in die Schweiz.

Frankfurter Kreuz: Deutschlands meistbefahrenes Autobahnkreuz

Wo sich die A 3 (Rheinland–Würzburg–Nürnberg) und die A 5 (Nordhessen–Darmstadt–Basel) treffen, wurde am 10. Juli 1956 das Frankfurter Kreuz dem Verkehr übergeben, angelegt in Kleeblattform. Es liegt direkt am Flughafen und ist mit durchschnittlich rund 335.000 Fahrzeugen am Tag das am stärksten befahrene Autobahnkreuz des Landes und einer der meistbefahrenen Straßenknoten Europas. Zwischen 1996 und 2000 wurde es grundlegend umgebaut; die A 5 ist hier zehnstreifig.

U-Bahn und S-Bahn: Das Netz unter der Stadt

Am 4. Oktober 1968 fuhr in der Station Hauptwache der erste Zug der Frankfurter U-Bahn – eine Stadtbahn, die in der Innenstadt im Tunnel und außerhalb oberirdisch verkehrt. Heute umfasst das Netz der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) neun Linien auf rund 65 Kilometern mit 27 Tunnelbahnhöfen und 59 oberirdischen Stationen; täglich nutzen fast 400.000 Fahrgäste die Bahn.

Zehn Jahre später, am 28. Mai 1978, ging die S-Bahn Rhein-Main in Betrieb. Ihr Herzstück ist der City-Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Ostendstraße mit sieben unterirdischen Stationen auf rund 6,4 Kilometern. Neun Linien auf 303 Streckenkilometern verbinden Frankfurt mit Wiesbaden, Mainz, Darmstadt, Hanau, Offenbach und dem Taunus; rund 500.000 Fahrgäste sind täglich unterwegs. Betrieben wird die S-Bahn von DB Regio im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).

Mit dem Rad am Fluss entlang

Jenseits der großen Knoten ist Frankfurt auch eine Stadt der kurzen Wege: Beidseits des Mains verlaufen auf weiten Strecken Uferwege, die Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sind und die Innenstadt mit den Stadtteilen im Westen und Osten verbinden. Sie sind zugleich Teil des Main-Radwegs, der auf rund 600 Kilometern von den Quellen im Fichtelgebirge und in der Fränkischen Alb bis zur Mündung bei Mainz führt – 2008 als erster deutscher Radfernweg mit fünf Sternen des ADFC ausgezeichnet.

Quellen: Fraport AG, Verkehrszahlen 2024 und 2025; hessenschau.de zur Eröffnung von Terminal 3 (April 2026); Wikipedia, „Flughafen Frankfurt Main“, „Frankfurt (Main) Hauptbahnhof“, „Frankfurter Kreuz“, „U-Bahn Frankfurt“, „S-Bahn Rhein-Main“, „Main-Radweg“.